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Kreuz und quer durch die Niederlande

10.8.2010 Marknesse - Meppel

Am 10. August 2010 beginnt unsere Reise, wie der Titel verspricht, kreuz und quer durch die Niederlande. Wir starten bei richtig „Holländischem“ Wetter von Marknesse auf unsere Reise. Die Rina Blue hat bei der Werft, Jachtbouw2000, überwintert. Der Erste Teil der Tagesetappe führt uns über die Marknesservaart und die Zwolseaart nach Blockzijl. Hier machen wir vor dem Städtchen fest, da im Hafenbecken die Hälfte der Liegeplätze durch Aufbauten für ein Fest belegt ist. Auf den verbleibenden Plätzen liegen grosse und kleine Schiffe. Im Restaurant „Sluiszicht“ geniessen wir einen feinen Kaffee und ein Pfannkuchen. Hier können wir dem Treiben auf dem Wasser und den Aktivitäten in der Schleuse genüsslich zuschauen. Durch diese Schleuse fahren auch grössere Schiffe, die auf jeder Seite nur 5cm Freiheit haben. Der geübte Kapitän fährt aber souverän in und aus der Schleuse. Jetzt machen wir uns auf den Weg Richtung Meppel. Der Himmel fängt an zu weinen, weil die Sonne, die am Morgen noch schien, sich hinter den Wolken versteckt hat. Über das Noorderiep und das Meppelerdiep Richtung Meppel. Wir erreichen Meppel, kurz nach 18.00 Uhr bei strömendem Regen. Der Hafen ist völlig belegt so dass ich beschliesse bei der Wasser Bunkerstation fest zu machen. Um diese Zeit kommt sicher keiner mehr um Wasser zu tanken. Der Hafenmeister ist nicht aufzutreiben, also besuchen wir die Stadt und geniessen ein feines Nachtessen im Restaurant „the Peppermill“ in Meppel, sehr zu empfehlen. Nach dem Nachtessen hat auch der Regen aufgehört, so dass wir trockenen Fusses wieder zur Rina Blue zurückkehren.

 

 

 

 

 11.8.2010  Meppel - Diver

Über die Drentsche Hoovtfaart geht es in Richtung Norden. Auf dieser Kanalstrecke werden alle Schleusen und Brücken noch von Hand bedient. Wir fahren an den Kalkbrennöfen vorbei. Es folgen hier 2 Drehbrücken und drei Schleusen bis wir in Diverbrug am Nachmittag um 15.00 Uhr festmachen. Wir wollen noch den Proviant mit Frischwaren ergänzen und die Gegend erkunden. Zum einkaufen marschieren wir, ausgerüstet mit unserer „Rolltasche“, nach Diver. Dies sind etwa 2 Kilometer, aber bei Sonnenschein erscheint uns das wie 5 Kilometer. Wir finden den Einkaufsladen und füllen die Tasche mit Früchte und Gemüse. Der Heimweg führt uns wieder an den prächtigen Blumengärten und vollständig eingewachsenen Häusern vorbei nach Diverbrug. Nach diesem „Marsch“ beschliessen wir, zum Nachtessen das China Restaurant, gleich bei der Brücke zu besuchen. Danach machen wir unseren obligaten Abendspaziergang, der uns entlang der Schiffs Anlegestelle, vorbei an schöne und auch weniger schöne Schiff, führt. Bereits um 22.00 Uhr erliegen wir den heute erhaltenen Eindrücken und gehen schlafen.

 

 

 

 12.8.2010  Diver - Assen

Am 12. August Weckt uns die Sonne. Es verspricht ein schöner Tag zu werden (glauben wir wenigstens!). Unsere heutige Rute führt uns weiter Richtung Norden. Auf der „Drentsche Hoofdvaart“ gibt es nicht so viel Abwechslung, so dass ich den Autopiloten mal so richtig testen kann. Dieser hat aber ab und zu das Bedürfnis, sich anderen Schiffen anzulehnen oder den Weg Richtung Ufer einzuschlagen. Muss halt noch heraus finden, wie das Ding funktioniert! Wir passieren die Haarsluis und danach die Veenesluis. Am Kanalentlang sind immer wieder Skulpturen, farbige Pfähle oder andere Kunstwerke zu sehen. Das dient wahrscheinlich dazu, die ansonsten wenig attraktive Gegend etwas interessanter zu machen. Der Kanal führt meistens gerade aus, ohne Kurven und Biegungen. Am Mittag erreichen wir die Peelo Sluis. Der Schleusenwärter hat bereits Mittag gemacht. Wir legen am Ufer an und belegen unsere Rina Blue, mangels Anderer Möglichkeiten, an zwei Bäumen. Das ist nicht so Seemännisch, funktioniert aber auch! Just beim Passieren der Peelo Sluis nach dem Mittag geht ein Gewitterregen nieder. Die Fendermitzen werden tüchtig nass, aber das ist ja nur Wasser. Am Nachmittag fahren wir in den Gemeinde Hafen in Assen ein. Wir sind das einzige Schiff, aber liegen trotz Stadtnähe ziemlich ruhig. Nun haben wir noch Zeit, die Stadt anzuschauen und das Nachtessen dort zu geniessen. Es ist wie überall in den Niederlanden, (mit Ausnahme von Amsterdam) so, dass die Städte um 19.30 Uhr leer sind und keine Menschenseele mehr unterwegs ist. Wir „Turi’s“ ignorieren das natürlich und schlendern den geschlossen Geschäften entlang wieder Richtung Hafen.

 

 

 

 

 

 13.8.2010  Assen - Groningen

Freitag! Die Steckdose, an der unsere Rina Blue hängt hat zu wenig „Saft“ um den Backofen zu betreiben. Das ist aber kein Problem, wir haben ja einen Generator an Bord. Nachbarn, die der Lärm stören könnte haben wir keine, also steht dem Gipfeli backen nichts im Weg. Bei sonnigem Wetter fahren wir los. Heute wollen wir Groningen erreichen. Bei der Ausfahrt aus Assen passieren wir wieder die kleine Fussgängerbrücke, welche mit einem Knopf vom Schiff aus bedient werden kann (wenn man das weiss!). An schönen, herrschaftlichen Häusern vorbei und unter landenden Flugzeugen durch erreichen wir die Friesensluis. Danach passieren wir die Schleuse de Punt, vorbei an einer wunderschönen Windmühle. Jetzt kommen wir in die Stadt Groningen. Die Eisenbahnbrücke öffnet sich für uns und wir können auf dem „Noord Wllemskanaal“ weiter in die Stadt fahren. Vorbei an stillliegenden Schiffen und architektonisch gestalteten Bauten erreichen wir den „Oosterhafen“, direkt gegenüber dem Bahnhof. Die Hafenmeisterin weist uns einen Platz zu. Dieser ist ziemlich eng, aber wir sind froh, dass wir hier liegen können. Schon bald machen wir uns auf den Weg um die Stadt zu erkunden. Zuerst zu Fuss und dann auf einem Pferdewagen geht es kreuz und quer durch Groningen. Der Kutscher weiss zu jeder Brücke und jeder Parkbank eine Geschichte zu erzählen. Der Besuch in Groningen lohnt sich und zeigt viele Fassetten der Universität Stadt.

 

 

 

 

 14.8.2010  Groningen - Zoutkamp

14. August, wieder ein prächtiger Tag. Die Damen (Fendermitzen) holen frische Brötchen zum Frühstück. Nach dem wir alle geputzt und gewaschen sind, geht die Reise weiter Richtung Norden. Wir wählen den Weg durch die „Oostersluis“, eine neu erstelle Schleuse auch für grosse Schiffe. Auf dem „Starkenborghkanal“ geht es Nordwärts, vorbei an Kunstvollen Bauten. Dieser Kanal eignet sich offenbar auch gut, um Segeln zu lernen. Jedenfalls tummeln sich hier auch Segelboote, welche sich mehr oder weniger gut fortbewegen. Nach kurzer Zeit biegen wir auf das „Rietdiep“ ab. Auf dem sich durch die grüne Landschaft windenden Fluss erreichen wir gegen 16.00 Uhr das Dörfchen „Zoutkamp“.“ Zoutkamp“ ist ein kleines Fischerdorf mit bunt bemehlten Häusern und feiner Gastronomie. Im Grand Cafe zum Beispiel, werden dir Kulinarische Genüsse mittels einer Schiefertafel, welche vor dem Tisch aufgestellt wird, angepriesen. Auf Wunsch mit Erklärung durch den deutsch Sprechenden Koch. Wenn sich der Koch zu den Gästen getraut, muss das Essen ja gut sein. PS: Ist es auch!

 

 

 

 15.8.2010  Zoutkamp - Dokkum

15. August, viel Wolken und starker Wind. Nach dem Frühstück machen wir „klar Schiff“ und dann die Leinen los. Die Reise geht zuerst von „Zuotkamp“ zum „Lauwersmeer“. Am Rand des Fahrwassers tummeln sich Highland Rinder im Wasser und geniessen es sichtlich, dass heute kein so warmer Tag ist. Auf dem „Lauwersmeer“ frischt der Wind sehr stark auf. Unser Sonnenverdeck wird arg strapaziert durch die Böen. Es wird im einen Moment hochgezogen um im Anderen mit Gewalt wieder niedergedrückt. Es wird erst etwas besser, als wir zur „Willem Loresluis“ kommen. Dort haben sich aber schon einige Schiffe angesammelt, die offenbar ebenfalls in Richtung „Dokkum“ unterwegs sind. Wir sind nicht die einzigen, die in dieser Situation mit dem Wind kämpfen. Nur die Plattbodenboote haben augenscheinlich kein Problem mit dem Wind. Vielleicht hat aber deren Skipper die Situation einfach besser im Griff. Jedenfalls wird die Schleuse rappel vollgemacht, und wir können nach dem Ausfahren im Konvoi weiter Richtung Dokkum fahren. Wir machen unterwegs unseren Mittagshalt an einer der zahlreichen Liegestellen, weit ab vom Getümmel. Um 14.00 Uhr erreich wir schon unseren Ziel Ort, können aber anfänglich keinen schönen Liegeplatz ergattern. Wir legen mal in einer Lücke am Ufer an und erkunden zu Fuss das Städtchen. Nach der Brücke, direkt unterhalb der Windmühle, die am Westlichen Ende der Stadt liegt gibt es noch freie Liegeplätze. Offenbar fahren die Besucher bei der Platzsuche nicht so weit, so dass dort viele Plätze noch frei sind. Nach dem wir einen Kaffee mit Kuchen genossen haben, fahren wir zu der besagten Stelle und legen mit der Rina Blue direkt bei der Windmühle an, sehr schön. Nach dem Nachtessen erkunden wir nochmals den Ort, an dem Bonifacius offenbar eine wichtige Rolle gespielt hat. Nach der Rückkehr zum Schiff schauen wir im Fernsehen noch die Wetterprognose für morgen an. was ja eigentlich nichts bringt, da wir es sowieso so nehmen müssen wie es ist, und gehen dann schlafen.

 

 

 

 16.8.2010  Dokkum - Leeuwarden

16. August, wolkig und trübe. Heute gibt es zum Frühstück frische Brötchen vom Beck. Danach brechen wir auf in Richtung Sneek. Die Dame des Schiffes möchte heute waschen. Also lassen wir den Generator während der Fahr laufen, so dass die Waschmaschine ihre Arbeit machen kann. Wir fahren durch die grüne Landschaft auf dem Kanal westwärts. Viele Tiere geniessen die Ruhe hier offenbar ebenso wie die Laute auf den Booten die an den Modernen Häusern, die den Kanal säumen, vorbei fahren. Einige Hausbesitzer können offenbar keine richtigen Kühe halten, so dass sie auf die Kunststofftiere, welch auch einmal in Zürich aufgestellt wurden, zurückgreifen. Nach einem kurzen Mittagshalt im Grünen treffen wir in Leeuwarden ein. Hier verlangt der Brückenwart seine gebühr in dem er den „Klumpen“, ein Holzschuh, zum Schiff herunter lässt und wir des Brückengeld einwerfen müssen. Jetzt suchen wir einen geeigneten Liegeplatz für die Nacht. Er soll auch nicht zu weit vom Stadtzentrum sein, da wir wieder einmal einkaufen müssen. Die Schiffe liegen hier links und rechts am Kanal. Dort gibt es Stromautomaten, die mit einer Karte bedient werden müssen. Die Karte kann man beim Brückenwärter (erste Brücke wenn man von Dokkum kommt) kaufen. Diese Karte soll auch in vielen Anderen Häfen und Liegeplätzen in den Niederlanden funktionieren. Das ist ja Prima, also sofort 10 Euro laden, dann haben wir Strom. Ich beschliesse das Schiff zu putzen, während die Mitreisenden zum Einkauf gehen. Mit der Deckwaschanlage müsste das wunderbar gehen. Die Überraschung kommt erst, wenn das Wasser abgetrocknet ist. Da der Kanal nicht so sauber ist, wird das Schiff eher schmutzig als sauber. Macht nichts, es kommt ja auch mal wieder Regen und der spült das dann runter. Zum Nachtessen geht’s wieder in die Stadt ins „Humpart“ Restaurant. Während meiner „Schiffputzetä“ hat eine junge Dame Reklamezettel für dieses Restaurant an die Schiffe verteilt. Das Essen war absolute Klasse!

 

 

 

 

 

 17.8.2010  Leeuwarden - Sneek

17. August, bedeckt und wie immer windig. Nach dem wir die Frühstücks Brötchen, frisch vom Beck, verspeist haben legen wir ab und fahren in Richtung Seek. Wir verlassen das Städchen Leeuwarden über den Van Harnixmakanaal und fahren wir über die neu ausgebauten Wargasterfahrt in Richtung Grouw. Der Kanal führt uns über eine grüne Wiesenlandschaft. Das Dorf Warga lassen wir links liegen und fahren die neue Umfahrungsstrecke. Nach dem wir auf den Prinses Margriet Kanaal eingebogen sind herrscht grosse Aufregung am Rand des rechten Fahrwassers. Hier stehen Baumaschinen rum, wobei ein Bagger in den Sumpf gekippt ist. Ein zweiter Bagger versucht den umgekippten wieder aufzustellen. Just in diesem Moment beginnt es schauerartig zu regnen und wir müssen im Schiff Schutz suchen. Aber wie meistens in Holland hält der Regen nicht lange an. Bereits beim Erreichen des Houkesloot, die Wasserstrasse die uns nach Sneek rein bringt, hört es schon wieder auf zu regnen. Wir beschliessen noch den Treibstoff zu ergänzen und danach im Städtchen einen Liegeplatz am Kanal zu nehmen. Der Stadtkanal ist aber bereits am Nachmittag um 14.30 Uhr sehr stark belegt. Wir machen ein paar versuche uns irgendwo dazwischen zu klemmen. Gleich hinter der Harnixmabrug haben wir genügend Platz zum liegen und behindern hier auch die Durchfahrt nicht. Nicht so optimal aber es geht. Nach dem Festmachen spazieren wir ins Städtchen und machen einen Kaffeehalt im Restaurant „Leeuwenhard“, das wir von früheren Reisen schon kennen. Hier gibt es warme Apfeltaschen mit Vanilleeis und Schlagrahm. Das dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Das Nachtessen, „Wienerli“ mit Kartoffelsalat und Blattsalat, Brot und dazu ein Glas Rotwein, geniessen wir heute auf dem Schiff.

 

 

 

 

 

 18.8.2010  Sneek - Medemblick

18. August, wolkig aber trocken. Auch heute gib es frische Gipfeli zum „Zmorgä“. Heute wollen wir das IJiselmeer überqueren. Wir fahren von Sneek über Ijlst nach Heeg. Von hieraus geht es auf dem Jan Frisokanaal, über die Meere bis nach Stavoren. Die Jan Frisosluis birngt uns auf das Niveau des Ijselmeer. Nach der Ausfahrt aus dem Aussenhafen beginnt die Schaukelei. Der Wind hat aufgefrischt und bläst uns Backbordseitig entgegen. Die Wellenhöhe ist schon beachtlich, trotzdem entscheiden wir uns zur Weiterfahrt. Alles was nicht angebunden ist fliegt durch das Schiff. Am besten lassen wir es dort liegen wo es liegt, da wir uns selber schon fast nicht auf den Füssen halten können. Also programmiere ich den Autopiloten mit dem Kurs Medemblik und lassen ihn die Arbeit machen. Nach einer Weile kommen die Wellne nicht mehr so frontal auf uns zu, so dass die Fahrt angenehmer wird. Nach etwas mehr als 1.5 Std. werden die Windgeneratoren, die vor der Küste stehen immer grösser und wir erreichen bald unseren Ziel Hafen. Hier wimmelt es von Plattbodenbooten, die nacheinander in den Hafen einfahren. Es sind Schiffe in jeder Grössenordnung und jeden Alters zu sehen. Die meisten sind sehr gepflegt und haben viele Leute an Bord. Es ist ein besonderes Schauspiel, den Schiffen beim manövrieren zu zusehen. Nach dem unsere Rina Blue im Hafen festgemacht hat, spazieren wir durch das Städtchen, besichtigen das Stadthaus und den Bahnhof. Am Abend versuche ich die TV Satellitenanlage aufzustellen, so dass wir die Schweizer Nachrichten sehen können. Den Satellitenspiegel musste ich an Land, mit Hilfe des Bojen haken aufstellen. Das Schiff war zu unruhig um Empfang zu haben. Schlussendlich haben wir ein Bild hingekriegt, aber jeden Abend möchte ich den Aufwand nicht machen.

 

 

 

 

 

 19.8.2010  Medemblick - Den Helder

19. August, es ist sonnig mit Wolken. Unser Frühstücksexpress, Charlotte, hat beim Brötchen Einkauf wieder einmal den Turbo eingeschaltet. Kaum losmarschiert, steht Sie schonwieder auf dem Schiff, beladen mit frischen Brötchen und Brot für das Mittagessen. Unser Start heute Morgen wird dadurch verzögert, dass ein Schiff sich gestern Abend so vor uns platziert hat, dass dieses erst weg muss damit wir wegfahren können. Unsere Fahr führt uns heute in Richtung Den Heldern, den Nördlichsten Punkt auf unserer Reise. Wir fahren vorbei an modern gestalteten Quartieren in der Stadt. Zuerst passieren wir die Westerhavenbrug. Etwas weiter ausserhalb der Stadt muss die Overleker Spoorbrug, die Eisenbahnbrücke, für uns geöffnet werden. Es klappt alles wie am Schnürchen. Unsere Fahrt führt uns durch den Gemüsegarten von Nord Holland. Der Kanal Schnurgerade, links und rechts sind riesige Gemüsefelder oder grosse Gewächshäuser. Weiter nördlich liegen Sperr Tore am Kanalufer bereit, um im Notfall in den Kanal eingesetzt zu werden. Nachdem wir kurz vor Den Herldern den Noordhollands Kanaal erreicht haben, zeigt am Himmel ein Hubschrauber seine Flugkünste. Bald darauf passieren wir die Fabrik, welche offenbar Hubschrauber baut. Dem Kanalentlang ist Militärisches Sperrgebiet und es ist verboten anzulegen. Nachdem wir Richtung Binnenhafen in Den Heldern fahren treffen wir Fischerboote, die gerade von Seekommend einfahren. Vor der Brücke halten sie ein Hupkonzert ab weil sich diese nicht sofort geöffnet hat. An der ganzen Kanalstrecke gibt es Club- und Jachthäfen, bei denen wir sicher einen Platz für die Nacht finden. Beim Jachthaven HWN, direkt vor der Kinsbergbrug finden wir einen guten Liegeplatz. Nun haben wir noch Zeit, die Stadt zu erkunden. Man merkt schon, dass hier die Seefahrt grossgeschrieben wird. Wir spazieren, vorbei an der Militärakademie, auf den Deich. Von hier aus hat man einen sehr schönen Überblick auf die nördlich gelegenen Inseln. Nach der Rückkehr auf unsere Rina Blue geniessen wir den Abend mit einer feinen Tasse Kaffee und Dessert.

 

 

 

 

 20.8.2010  Den Helder - Alkmaar

20. August, bedeckt aber kein Regen. Heute Morgen bin ich an der Reihe die Brötchen zu holen. Nach dem wir Gestern auf unserem Stadtrundgang die Bäckerei gefunden haben, nehme ich heute das Fahrrad um den Einkauf zu machen. Luftlinie sind es ein paar Hundert Meter, aber dazwischen ist der Kanal und die Brücke ist einiges vom Liegeplatz entfernt. Nach dem Frühstück muss die „Happy Molli“ aus Antwerpen, die bei uns in der Nacht längsseits festgemacht hat, gelöst werden so dass wir ablegen können. Nun können wir losfahren in Richtung Alkmare. Nach dem wir auf dem Noordhollands Kanaal einige Kilometer gefahren sind, entdecke ich auf der Steuerbordseite im Gebüsch ein Schlauchboot, auf dem sich zwei Polizisten befinden, welche uns zu sich winken. Aus lauter Schreck mache ich eine Vollbremsung, das heiss Maschine rückwärts, weil ich doch recht rasant aber im einigem Abstand am Schlauchboot vorbeigefahren bin. Langsam nähern wir uns dem Schlauchboot und einer der Polizisten sagt „Kun je trekken ons naar de andere kant van het kanaal“? Ich verstehe aber in der Aufregung nicht, was sie wollen und frage ob sie deutsch sprechen. Nun kommt die Frage in Deutsch, „Können Sie uns auf die Andere Seite des Kanal ziehen“? Offenbar war hier ein illegaler Fischer am Werk, welcher vor einer Kontrolle geflohen ist und sein Schiff zurückgelassen hat. Auf der anderen Kanalseite ist Militärgebiet und dadurch kann der Eigentümer das Schlauchboot nicht einfach wieder abholen, wenn die Polizei weg ist. So schleppen wir die Polizei mit dem Schlauchboot rüber. Diese bedanken sich freundlich und wir fahren, nun aber etwas langsamer, weiter. Vor der Eisenbahnbrücke müssen wir etwas warten bis der Zug vorbeigefahren ist. Die Strecke ist ziemlich stark befahren, so dass wir nur ein kurzes Zeitfenster für die Durchfahrt haben. Jetzt geht es weiter auf dem schnurgeraden Kanal. Durch den Starken Wind wurde uns ein Sitzkissen von der Rückbank weggeblasen und wir mussten ein „Kissen über Bord“ Manöver fahren. Das Ding war natürlich klitsch Nass. Aber der Wind und die inzwischen aufgetauchte Sonne hat das Polster schnell wieder getrocknet. Um ca. 15.00 Uhr erreichen wir Alkmaar, legen direkt neben dem Turm an und nehmen den Anlege Trunk.

 

 

 

 

 21.8.2010  Alkmaar - Harlem

Samastag 21. August, am Morgen bedeckt. Nach einem ausgedehnten Frühstück brechen wir auf in Richtung Süden. Unser Tagesziel ist Haarlem.
Wir fahren weiter auf dem Noordhollands Kanaal, dann über das Alkmaadermeer. Jetzt fahren wir auf dem westlichen Teil des Tapsloot, welcher nicht so stark befahren ist. Weil nicht so viel Verkehr auf diesem Kanal ist, ist auch die Eisenbahnbrücke bei Krommerie nicht besetz. Das ist kein Problem, ich telefoniere einfach auf die angegebene Nummer. Hier sagt aber eine Frau in Holländischer Sprache dass ich die falsche Nummer gewählt hätte! Also fahren wir nochmals zurück und sehen, dass vor der Brücke eine Andere Nummer steht, als auf der Tafel weiter zurück. Also probiere ich diese Nummer. Hier nimmt ein Mann ab und fragt mit energischer Stimme nach der Höhe unseres Schiffes. Nach dem ich diese bekanntgegeben habe sagt er, er komme in ein paar Minuten. Es hat fast eine halbe Stunde gedauert, aber wir haben ja Zeit. Am Mittag erreichen wir die Schutzschleuse Nauerna. Diese bringt uns auf das Niveau des Amsterdams Nordsee Kanal. Jetzt sind wir auf der Grossschifffahrtsstrasse und haben einigen Verkehr auf den wir rücksicht nehmen müssen. In Spandam müssen wir wieder warten, weil eine Schleuse geschlossen ist. Diese ist im Umbau und dadurch etwas schmaler als normal. Es wollen einige Schiffe in dieselbe Richtung wie wir, also stellen wir uns hinten an. Aber so richtig kompliziert wird es erst, als wir vor der ersten Brücke in Harlem stehen. Der Brückenwart öffnet diese prompt als wir ankamen, aber die dahinterliegende Eisenbahnbrücke bleibt geschlossen. Gefangen zwischen den Brücken warten wir ab was passiert. Nach einer halben Stunde öffnet die Brücke und wir können weiterfahren. Jetzt sollte es weiter Richtung Stadtzentrum gehen. Denkst‘e, bereits bei der nächsten Brücke müssen wir wieder warten. Das Ganze Spiel hat so von Brücke zu Brücke etwa zwei Stunden gedauert. Jetzt bin ich schon ein bisschen entnervt und wir legen am Kanal an. Die vorhandenen Liegeplätze sind alle bereits doppelt belegt so dass wir auf der gegenüber liegenden Kanalseite anlegen. Am späteren Nachmittag erkunden wir die Stadt. Heute ist ein Musikfest in der Stadt, an jeder Ecke sind Künstler und Musikanten zu treffen. Die Festivitäten ziehen sich bis in die frühen Morgenstunden, was bei uns auf dem Schiff auch am Morgen um 5 Uhr nicht zu überhören ist.

 

 

 

 

 22.8.2010  Harlem - Lelystad

22. August, bedeckt, windig aber kein Regen. Nach dem Frühstück erkundige ich mich beim Brückenwart, wie das hier in Harlem mit der Schiffsdurchfahrt funktioniert. Ich erfahre, dass zu bestimmten Zeiten in die Eine Richtung und zu anderen Zeiten in die Andere Richtung gefahren wird. Wir sollen schauen, wann die Schiffe kommen und uns dann dem Konvoi anschliessen. Wir beschliessen, wieder in Richtung Amsterdam zu fahren und uns entsprechend den Schiffen anzuschliessen. Kurz vor 11.00 Uhr erscheint das erste Schiff. Eine fast endlos wirkende Kolonne von Schiffen fährt an uns vorbei und staut sich vor der nächsten Brücke. Wir können uns erst anschliessen, als diese sich öffnet. Zwischen den einzelnen Brücken in der Stadt herrscht absolutes Chaos. Es warten Schiffe für die Fahrt in die Andere Richtung, die in unsere Richtung fahrenden haben dadurch keinen Platz zum die Brücke passieren. Es ist wie ein grosses Paket von Schiffen! Wir sind froh, als die Stadtgrenze hinter uns liegt und sich die Schiffe wieder verteilen können. Nach dem wir den Zijkanaal, die Verbindung zwischen Amsterdam und der Nordsee erreicht haben, begegnen uns die Ersten grossen Schiffe. Es sind aber nicht nur grosse Schiffe unterwegs sondern auch viele kleine, Jachten Segelschiffe und Plattbodenboote. Das ist halt am Sonntag so, denken wir und fahren weiter Richtung Amsterdam. Je näher wir der Stadt kommen, umso mehr Schiffe sind da auf dem Wasser! Wir erfahren, dass heute die „Sail Amsterdam“, ein Treffen von Traditionsschiffen hier in Amsterdam stattfindet. Einen Platz für die Nacht im Sixhaven können wir glatt vergessen. Auch alle umliegenden Häfen, die wir anlaufen sind bereits überfüllt. Also machen wir uns über das Markermeer auf in Richtung Lelystad und hoffen dort noch ein Plätzchen zu finden. Es ist bereits 21.00 Uhr als wir im Batavia Hafen eintreffen. Im Restaurant brennt noch Licht und wir bekommen auch noch ein Nachtessen dort. Hier im Hafen sind dieselben Stromautomaten, wie in Leeuwarden. Super, wir haben ja eine solche Karte und Geld ist auch noch darauf. Das Ding will aber einfach nicht funktionieren. Ein Segler, der hinter uns liegt hat ebenfalls Strom angeschlossen. Wir fragen nach, wie das funktioniert mit diesen Automaten. Er erzählt, dass er eine Karte vom Hafenmeister gekauft hat. Wir kaufen dem Segler für 2 Euro Strom ab und werden das morgen mit dem Hafenmeister klären.

 

 

 

 

 23.8.2010  Lelystad - Dronten

23. August, Bedeckt, Regen und Sturm (Windstärke 9!). Heute backen wir die Brötchen für das Frühstück selber. Da es schlechtes Wetter ist und sehr Starker Wind weht, beschliessen wir über das Binnenland zu fahren. Vorher kläre ich das mit der Stromkarte. Ich erkläre dem Hafenmeister, dass unsere Karte hier nicht funktioniert, obwohl noch Geld darauf ist. Die Antwort von ihm ist „dat weit ich!“. Anscheinend hat jeder Hafen sein eigenes Portemonnaie auf der Karte, wenn ich in Leeuwarden zahle, kann ich nur dort das Geld brauchen, wenn ich im Batavia Hafen zahle kann ich nur hier jenes Geld brauchen. Am Schluss hat man vierzig verschiedene Portemonnaies auf der Karte, in jedem noch 5 Euro, ergibt 200 Euro guthaben, dass man nicht brauchen kann. Also die Karte nutzt nur den Dauerliegern und nicht den Passanten. Mit dieser Erkenntnis legen wir ab und fahren zur Noordersluis. Der Wind bläst dermassen im Hafen, dass unser Verdeck am Achterdeck abreisst und im Wind hin und her schlägt. Das hat uns gerade noch gefehlt, Sturm, Die Schleuse und auch noch das Verdeck weg! Bevor wir etwas reparieren können, müssen wir aus dem Wind kommen, das heisst, erst im Binnenland können wir den Ausgerissenen Reissverschluss wieder reparieren. Wir fahren heute durch Flevoland und werden in Dronte halt machen.

 

 

 

 

 24.8.2010  Dronten - Emmeloord

24. August, die Sonne lacht. Wir machen uns heute auf den weg via Kettelmeer nach Emmeloord, eine kleine Stad an der Marknesserfaart. Die KamperSluis hebt uns auf das Niveau des Jisselmeer und wir fahren die Abkürzung vor der Insel durch. Das Mittagessen geniessen wir wären der Fahrt. Am Nachmittag biegen wir in die Marknesserfaart ein. Der Weg führt uns vorbei an der Werft, wo die Rina Blue gebaut wurde. In der Schleuse verfängt sich eine Lein in einem Mauerspalt und kann nicht mehr gelöst werden. Das Schiff krängt beim herunterschleusen ganz kräftig, bis ich die verklemmte Leine mit dem Messer abgeschnitten habe. Leinen sind Verbrauchsmaterial! In Emmeloord biegen wir ab Richtung Lemmer und suchen einen Liegeplatz beim Hotel Falk. Es ist noch ein Platz frei, hat aber keine Steckdose. Wir suchen eine Möglichkeit, den Strom für das Schiff anzuschliessen. Ein freundlicher Nachbar zeigt uns eine Steckdose, die in den Büschen liegt. Diese hat aber nur Strom, wenn die Strassenlampen eingeschaltet sind. Die Verkabelung sieht auch recht provisorisch aus. Jedenfalls klappt es, nach dem Nachtessen im Valk Hotel haben wir Strom auf dem Schiff.

 

 

 

 

 25.8.2010  Emmeloord - Dreiwegschleuse

25. August, Regen und bedeckt. Die Reise führt uns weiter, via die Frisensluis nach Lemmer. Um 11.00 Uhr legen wir mitten in Lemmer an und machen den Einkauf der Frischwahren. Zum Mittagessen gehen wir "zum Langen Pieter“ einem originellen Pfannkuchen Restaurant. Die Damen des Schiffes gehen auf einen Einkaufsbummel (lädelä). Jetzt machen wir uns auf den Weg zur Dreiwegschleus. Wir fahren die berühmte Torf Rute, auf den schmalen, mit braunem Wasser gefüllten Kanälen und erreichen unser Tagesziel um 17.30 Uhr. Jetzt gehen wir Spazieren und erkunden die alte , von Hand bedienbare Brücke. Die Hafen Einteilung, das heisst die Pfähle, wurden offenbar wieder entfernt. Der Hafenmeister erklährt uns, dass die Mietbootfahrer die Schiffe nich in die Boxen stellen können. Wir gehen am Abend zum Nachtessen in das Restaurant und geniessen einen feinen Fisch. Danach machen wir noch einen kleinen Spaziergange, bevor wir mit einem Kaffee den Tag auf der Rina Blue beschliessen

 

 

 

 26.8.2010  Emmeloord - Zwartsluis

26.August, Starker Regen. Wir werden von einem Schwarm Schwalben, die sich auf der Rehling des Schiffes ausruhen, und ein Konzert veranstalten, geweckt. Nach dem wir zum Frühstück unsere gebackenen Brötchen gegessen haben, machen wir die Leinen los. Wir fahren weiter die Torf Rute und durchqueren den kleinen Ort Kahlenberg. Hier gibt es direkt am Kanal, bei der Brücke eine Kirche, die zur Ausstellungshalle und einem Kaffeehaus ungenutzt wurde (feine Coup hier!). Jetzt fahren wir, dem mit Villen und schönen Gärten gesäumten Kanal entlang, queren das Giethornsche Meer. Wir fahren jetzt in Richtung Zwartsluis, wo wir die Nacht verbringen wollen. Bereits um 15.00 erreichen wir das Städtchen und machen uns zu Fuss auf, dieses zu erkunden. Wir geniessen an einem Fischverkaufsstand eine feinen „Newe“, ein Hering in einem Brötchen verpackt, mit Zwiebeln. Das gehört zu den Grundnahrungsmitteln hier. Das Nachtessen geniessen wir im Gemeindehaus, das zum Restaurant umgebaut wurde. Den Kaffee trinken wir, wie fast jeden Abend auf dem Schiff.

 

 

 

 27.8.2010  Zwartsluis - Marknesse

27. August, Regen. Heute ist unser letzter Reisetag mit dem Schiff. Wir fahren zurück nach Marknesse. Offenbar ist auch der Himmel traurig, dass unsere Ferien nun zu Ende gehen, er weint sehr stark. Trotzdem fahren wir um 10.00 Uhr los in Richtung Marknesse. Nach einer warmen Suppe, die Temperaturen sind nicht wie im richtigen Sommer hier, machen wir klar Schiff. Die Filter werden gereinigt und dies und jenes geputzt oder instand gestellt. Zum Nachtessen fahren wir mit dem Auto nach Urk, um nochmals einen feinen Fisch zu geniessen.