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Herbst 2017

Am 9.9.2017 Reisen wir von der Schweiz nach Leeuwarden und treffen um 14.00 Uhr bei unserer Rina Blue ein. Das Wetter auf der Fahrt war durchzogen, mal Regen, mal Wolken und ab und zu Sonnenschein. In Leeuwarden überwiegt die Sonne und am Abend klart der Himmel vollständig auf.

Sonntag 10.9.2017 Sonnig und windig, ca. 18 Grad

Wir starten pünktlich um 9.00 Uhr, wollen wir doch am Abend in Gronigen sein. Bei gutem Wetter, ab und zu ziehen Wolkenfelder über uns hinweg geht es Richtung Margarethen Kanal. Hier biegen wir Backbord ab in Richtung Groningen.

Es ist wenig Verkehr auf dem Kanal, ab und zu eine Yacht und hin und wieder ein Frachter, der uns entgegen kommt. In Stroobos fährt ein Frachter vor uns, für den die Brücken geöffnet werden müssen. Vor der Schleuse Gaarkeuken liegen schon zwei Frachter, die zu Tal fahren möchten. Nach Anfrage beim Schleusenmeister dürfen wir zusammen mit einer anderen Yacht ebenfalls Schleusen. Hub der Schleuse 0.27m! Jetzt geht es zügig in Richtung Groningen. Wir haben den Geräteträger nach vorne geklappt und können so die meisten Brücken ohne Öffnung passieren. Die Oosterschleuse in Groningen nimmt uns ebenfalls schnell mit, so dass wir um 15.30 bereits den Hafen erreichen. Nach dem festmachen und bezahlen der Liegegebühr müssen wir noch Wasser tanken. Bei dieser Gelegenheit bin ich ausgerutscht und zwischen dem Steg und dem Schiff ins Wasser gefallen. Die herbeigeeilten Nachbarn haben mich dann wieder rausgezogen.

Montag 11.9.2017 Sonnig mit Wolken und starker Wind ca. 18 Grad

In der Nacht hat der Wind stark aufgefrischt. Ab und zu wird das Schiff so richtig durchgeschüttelt. Am Morgen zeigt sich aber blauer Himmel mit vorbeirasenden Wolken.

Bereits um sieben Uhr steht der Smutje auf um Brötchen und Gipfeli für das Frühstück zu backen. Nach dem alle Arbeiten wie Abfallentsorgen, Geschirr abwaschen PC für das Navigo Starten und die Sperrlisten updaten, können wir losfahren. Am Abend ist noch ein grosses Schiff eingetroffen, welches direkt vor unserem festgemacht hat. Der Skipper aus St. Goar versetzt das Schiff um zwei Meter, damit ich aus meinem Platz ausfädeln kann. Der starke Wind macht sich jetzt deutlich bemerkbar, so dass ich mit etwas Power aus der Hafenbucht in den Kanal ausfahren muss. Nach dem wir die Brücken der Stadt Groningen durchfahren haben, biegen wir ab in Richtung Winschoterdiep. Die Fahrt führt uns durch eine, mit Industrie gesäumte Gegend, wo viel Stahlbaufirmen ansässig sind. Die Brücken werden via Funk angerufen und öffnen nachfolgend ohne unser zutun. In Veendam biegen wir ab in den Oosterdiep Kanal und erreichen nach 25 Brücken, die durch eine fünfköpfige Mannschaft so vorbereitet werden, dass wir einfach durchfahren können, den Staatskanaal. Auch hier ist eine Brückenöffnungs Crew für uns unterwegs. Nach weiteren eineinhalb Stunden erreichen wir den Ort Staatskanal, wo wir übernachten. 

Dienstag 12.9.2017 Wolken, Sonne und starker Regen mit viel Wind

Morgens um halb acht kommt ein Mitglied der Schleusenmannschaft und teilt uns mit, dass bereits um acht Uhr der Konvoi in Richtung Ther Apel starten werde. Also müssen wir zügig vorwärts machen mit dem Frühstück, so dass wir wie abgemacht um acht Uhr vor der nächsten Brücke stehen.

Die Strecke beinhaltet heute nicht nur Brücken, sondern auch einige Schleusen. Meistens wenn eine Schleuse an der Reihe ist, wird der Himmel dunkel und es giesst wie aus Kübeln. Auch während der Fahrt giesst es, so dass man kaum das Fahrwasser ausmachen kann. Zum Glück gibt es auch wieder sonnige Abschnitte. Dann kann man die Kraft der Sonne, trotz des sonst sehr kühlen Wetters, gut spüren. Kurz vor Ter Apel teilt man uns mit, dass wir morgen die Strecke in Richtung Hoogeveen nicht fahren könne und wir besser heute noch ein Stück weiter fahren sollen. Den Mittagshalt machen wir in der ersten Schleuse des Compascumkanaal. Diese ist bis 13.00 Uhr geschlossen. Danach begleiten uns verschiedenen Brückenwärter auf dem Kanal. auf der dritten Etappe, hier gibt es eine Hebebrücke mit nur 3.50m Durchfahrtshöhe (wir hatten noch 2cm Luft!), rät uns der Brückenwärter, dass wir am besten im Veenpark, welcher mit dem Ballenberg Museum zu vergleichen ist und alte Traditionen wie Torfstechen und verschiedene Handwerke gezeigt werden, übernachten sollen. Ein prima Liegeplatz mit Strom, an dem wir ganz alleine Liegen, steht uns für die Nacht zur Verfügung. Es befindet sich jedoch kein Restaurant in der Nähe, so dass wir an Bord essen werden.   

Mittwoch 13.9.2017 starker Sturm, Sonne und viel Regen ca. 14 Grad

Nachdem in der Nacht der Wind stark aufgefrischt hat und am morgen dieser noch zugenommen hat, haben wir uns entschlossen, noch einen Tag im Veenpark zu bleiben. Das Navigieren auf dem schmalen Kanal, mit unzähligen Brücken und kleinen Schleusen ist so kein Vergnügen.

Um 9.00 gehen wir zufuss zur nächsten Schleuse, um dem Schleusenmann mitzuteilen, dass wir erst morgen weiterfahren werden. Kurz nach 10 Uhr gehen wir in den Park um uns für den Tag am Liegeplatz anzumelden. In der Liegegebühr ist gleich auch der Eintritt zur Parkanlage enthalten. Regen und Sonnenschein wechseln sich fast sekündlich ab, 10 Schritte im Regen und dann wieder blauer Himmel und Sonnenschein. Nach dem Mittagessen bei "Mama's Pannekoecken" wollen wir mit der Bahn zu dem Torfabbau Platz fahren. Bereits in der ersten Kurve stoppt die Bahn, es liegt ein Baum quer über das Geleise. Die Parkmittarbeiter machen aber kurzen Prozess, zersägen den Baum und machen Platz, dass die Fahrt weitergehen kann. Der Wind fegt uns fast aus den offenen Bahnwagen und der Regen "stretzt" Quer unter das Verdeck, so dass wir alle (4 Personen in der Bahn!) nass werden. Beim Torf-Platz werden wir fachkundig über die Methoden des Abbau und der Aufbereitung des Torf, welcher (fast) ausschliesslich als Brennstoff verwendet wir, orientiert. Nach einem feinen "Nomitags Kafi", besuchen wir doch das Harmonium Museum. Dann geht es zurück zum Schiff. Das Wetter bessert von Stunde zu Sunde und auch die Sonne gewinnt etwas Oberhand.  

Donnerstag, 14.9.2017 Sonnig ab Mittage Regen und Wind, ca. 14 Grad

Am Morgen erwachen wir bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel. Wie abgemacht fahren wir um 9.00 Uhr zur Schleuse, welche für uns bereit gemacht wurde. Jedoch ist ausser einem Schiff, das in die Gegenrichtung fahren möchte, niemand da.

Um halb zehn Uhr trifft dann der Schleusenwärter ein und fragt nach, wo hin wir heute fahren möchten. Unser Ziel heute ist Hoogeveen, wo wir in Stadtnähe übernachten wollen. Nach der Schleuse fahren wir durch die Veenvart, der Kanal der Ter Apel mit Hoogeveen verbindet. Es sind sehr wenig Schiffe unterwegs auf diesem Fahrwasser. Man spürt, dass dieser Kanalabschnitt, der durch das Freilichtmuseum führt, viel wert auf die Natur legt. Das Fahrwasser ist, bis auf die Brücken mit 3.75 Durchfahrtshöhe, sehr gut ausgebaut. Insbesondere die Schleusen erledigen ihre Arbeit sehr speditiv. Bis jetzt wurden wir mit Sonnenschein und doch angenehmer Temperatur verwöhnt. Kaum sind wir in die Hoogevensche Vaart eingebogen, ziehen jedoch dunkle Wolken auf. Ab jetzt begleitet uns Dauerregen und dunkler Himmel, bis wir in Geesbrug für die Nacht anlegen. Leider haben wir es in Folge der zahlreichen Brücken, nicht geschafft, unser geplantes Tagesziel zu erreichen. Das Nachtessen kochen wir heute an Bord.

Freitag, 15.09.2017 Sonnig, wenig wind ca. 15 Grad

Heute haben wir geplant, am Abend in Meppel zu sein. Das ist eine Etappe von ca. 38 km und sollte problemlos gefahren werden können. Sollte! Meistens kommt es anders als man denkt. Aber schön der Reihe nach.

Ein kühler aber sonniger Morgen erwartet uns, keine Wolken am Himmel. Nach dem Frühstück machen wir uns bereit um die Etappe in Angriff zu nehmen. Die Brücken Wärterin erscheint pünktlich um 9.00 Uhr so dass wir zeitig losfahren können. Eine Wärterin betreut immer mehrere Brücken und radelt mit dem Velo hin und her. Bis Hoogeveen sind es zwei Brücken und eine Schleuse. Die Fahrt geht zügig voran, bis wir vor der "Noordschschutsluis" eintreffen. Etwa 50m vor der Schleuse liegt ein dichter, grüner Teppich auf dem Wasser. Das haben wir schon ein paar mal erlebt, Algenblüten die an der Oberfläche schwimmen. In der Schleuse befinden sich bereits drei Schiffe. Ich versuche also vor der Schleuse anzulegen, was aber nicht so recht gelingen will.

Plötzlich reagieren meine Querstralruder nicht mehr. Was ist da los? Also versuche ich rückwärts aus der "grünen" Zone zu fahren, was gerade noch so klappt. Nach dem wir das Schiff angebunden haben merke ich, dass kein Kühlwasser mehr durch den Motor läuft. Auch bei der Schleuse geht nichts mehr. Die Pumpen der Schleuse sind voll von Algenblüten und verweigern den Dienst. Bei meinem Schiff ist der Kühlwassereinlass unten am Schiff ebenfalls voll verstopft.

Also muss ich den Schlauch beim Filter lösen, und diesen reinigen. Mit einer Bambus Stange (habe diese schon lange an Bord) kann ich die Verstopfung lösen. Dann alles wieder zusammen bauen und probieren. Hurra, die Kühlung läuft wieder.
Bei der Verstopfung der Schleuse sieht es schlechter aus. Der grüne Teppich ist ca. 40 cm dick und verstopft laufend die Pumpen. Die drei Schiffe sind eingeschlossen in der halbleeren Schleuse. Diese macht aber keinen Wank mehr!
Wir beschliessen umzukehren, da auf Nachfrage nicht definiert werden kann, wann die Schleuse wieder geht. Das Problem besteht anscheinend schon seit Jahren, wenn Algenblüte ist!
In New Amsterdam ergänzen wir die Lebensmitte und übernachten hier.

Samstag, 16.9.2017 Stark bewölkt, Sonne und Regen ca. 13 Grad

Eigentlich wollten wir heute weiter zum Veenpark und dann in das Städtchen fahren. Gestern haben wir dem Brückenmeister gesagt, dass wir heute weiterfahren möchten. Er meint, "dat is kein Problem" und ruft gleich bei der Zentrale an um das weiter zu geben.  

Die zuständige Brückenwärterin sollte heute morgen um 9.00 Uhr da sein, und sich bei den Schiffen melden, die weiterfahren möchten. Wir sind rechtzeitig bereit, Stromkabel eingezogen, und warten auf die Brückenwärterin. Bei allen Brücken hier in New Amstardam stehen die Signale auf doppelt Rot, also ausser Betrieb. Ich versuche per Telefon, die Nummern stehen in meinem Navigationsprogramm und im Führer für Wassersport in Drente, anzurufen. Bei allen angerufenen Nummern kommt ein Band, das uns mitteilt, dass erst am Montag jemand erreichbar sei, oder der Anruf wird einfach nicht beantwortet. Also beschliessen wir, nach dem bis 12.00 Uhr niemand die Brücken bedienen will, hier das Wochenende zu verbringen. Wir machen einige Reparaturen wie, WC ausbauen und entstopfen, Fernseher in der Achterkabine mit der SAT Anlage verbinden und so weiter. Am Nachmittag lässt auch der Regen nach und die Sonne scheint noch für einige Zeit. Das Nachtessen machen wir heute auf dem Grill, Steak mit Grillkartoffel und Salat. Natürlich danach einen feinen Kaffee mit Dessert.

Sonntag, 17.9.2017 Sonnig, wenig Wolken, schwacher Wind, ca. 16 Grad

Bereits am Morgen ist der Himmel fast wolkenfrei, die Sonne scheint uns in die Kajüte. Es ist noch sehr ruhig hier in New Amsterdam. Gegen 10.00 Uhr machen wir unser Frühstück. Die Backwaren holen wir im Coop, welche etwa 50 Meter neben unserem Liegeplatz ist.

Auf dem Achterdeck geniessen wir das schöne Wetter und die feinen Gipfeli mit Kaffee. Wie bereits gestern erwähnt, haben die Brücken und Schleusen im Drente Gebiet, so heisst die Gegend in der wir unterwegs sind, am Sonntag Ruhetag. Also geniessen auch wir den sonnigen Tag. Nach dem Mittag fahren wir mit den "Fietzen" (Velo) nach Emmen. Die kleine Stadt liegt etwas nordöstlich von unserem Liegeplatz. Zuerst dem Kanal entlang und dann auf den gut ausgebauten Radwegen durch die grüne Gegend. Offenbar fahren auch die Holländer, mit der ganzen Familie am Sonntag spazieren. In der Stadt angekommen finden wir ein Restaurant in dem wir Kaffee und Kuchen geniessen. Im Restaurant erkennen wir, dass es sich um die Kantine eines ***** (fünf Stern) Altersheim handelt. Nach der Stärkung radeln wir wieder zurück zum Schiff. Wir haben gut gemerkt, dass wir nicht so geübte Radfahrer sind, weshalb es jetzt hier und dort zieht und schmerzt. Am Abend wird wieder der Grill bemüht, für uns feine Rinds Bratwürste zu grillieren. Das Wetter hält sich den ganzen Tag sehr gut, kein Tropfen Regen.

Montag, 18.9.2017 Bedeckt ab und zu Regenschauer, ca 13 Grad

Am Morgen bei Tagwache regnet es, bis kurz nach acht Uhr, als ich mich auf den weg zum Bäcker mache, um frische Backwaren zu holen. Die Temperaturen sind doch noch ziemlich tief, so dass man einen warmen Kaffee gut vertragen kann.

Der Ort New Amsterdam, wo wir nun zwei Tage verbracht haben, lebt am Montag schon sehr früh auf. Bereits um 5.00 Uhr beginnt der "Werkverkehr", der über die Strasse die am Kanal entlang läuft. Pünktlich um 9.00 Uhr erscheint auch die Brückenwärterin und öffnet uns die kommenden drei Brücken. Kurz vor dem Ort Erica beginnt der automatisierte Kanalabschnitt. Die Brücken und Schleusen werden ferngesteuert und sind bei unserer Ankunft jeweils bereit. Bei der Oranje Schleuse tanken wir noch Wasser. Am Mittag sind wir bereits im Veenpark. Ab hier fahren wir in Begleitung eines kleineren Schiffes und der Brückenmannschaft. Auf dem Oosterdiep fahren wir in Richtung Norden. Die Viertoren Brug ist eine Hebebrücke mit einer maximalen Durchfahrtshöhe von 3.50 Meter. Wenn wir den Dieseltank und den Wassertank voll haben, haben wir eine Höhe von 3.50. Den Wassertank haben wir ja heute noch gefüllt, Treibstoff haben wir aber schon reichlich verbraucht. Nicht nur zum Fahren, sondern für die Heizung in der Nacht. Schon letzte Woche haben wir die Brücke mit sehr wenig Reserve durchfahren. In Schleichfahrt fahren wir unter die Brücke. Millimeter Arbeit, aber es reicht ohne Berührung der Brücke. Flott geht es nun weiter, wollen wir doch am Abend in Ter Apel sein. Um 17.30 Uhr haben wir festgemacht und geniessen den Anlege-Kaffee.

Dienstag, 19.9.2017 Nebel, am Nachmittag Sonnig mit Wolken, ca. 17 Grad

Heute zeigt der dichte Nebel deutlich, dass es nun Herbst werden will. Der kühl, feuchte Morgen lässt keinen Zweifel daran, dass die warme Sommerzeit vorbei ist. Nach dem Frühstück sind wir wie abgemacht bereit, pünktlich um 9.00 loszufahren.

Gestern haben wir mit der Brückencrew abgemacht, dass wir nach Veendam fahren wollen. Wir sollen um 9.00 vor der Brücke stehen, dann können wir bis Veendm durch fahren, so wurde es uns bestätigt. Um viertel nach Neun war jedoch noch keiner der Brückencrew anwesend. Eine Telefonnummer haben wir nicht, so rufe ich beim Hafenmeister an. Dieser will sich um die Brückenmannschaft bemühen. Um halb zehn kann es nun endlich losgehen. Einige Brücken können wir zügig durchfahren. Bei der nächsten Schleuse kommt ein Brückenwärter und sagt uns, dass wir nun bis 15.00 Uhr warten sollen. Alle Interventionen von uns, haben nichts gebracht, um 15.00 geht es weiter, basta! Also machen wir direkt vor der nächsten Brücke halt, es ist 10.30 Uhr. Nach zwölf Uhr kochen wir eine Suppe, da es immer noch sehr kalt ist. Kaum haben wir die Suppe gegessen, kommt ein Brückenwärter und sagt dass wir nun sofort losfahren sollen. Wir verstehen die Welt nicht mehr. Nach Veendam reicht es nicht mehr, jedoch erreichen wir um 15.00 Uhr bei Sonnenschein den Ort Stadskanaal. Hier werden wir wieder übernachten und morgen um 8.30 weiterfahren (sofern die Angaben stimmen?). Wir geniessen den Nachmittag bei Kaffee, Kuchen und Glace und am Abend ein feines Nachtessen im Restaurant Hoeckzema (sehr zu empfehlen).

Mittwoch, 20.9.2017 Bedeckt, etwas Regen am Abend sonnig, ca. 17 Grad

Am Morgen sind wir wie gestern abgemacht um 8.30 Uhr, nach dem Frühstück zur Abfahrt bereit. Wir stellen uns vor die erste Brücke und warten auf die Brückenmannschaft. Das Schiff "Tramp" gesellt sich zu uns, und die Brücken- mannschaft taucht ebenfalls auf.

Die erste Brücke passieren wir zügig und kommen zur ersten Schleuse dieser Etappe. Die Tramp ist mit ca. 25m doch schon recht gross in den Schleusen. Bei der Einfahrt in die Schleuse, wird bedingt durch den Tiefgang des Schiffes, viel Geschiebe in das Fundament des Schleusentores gespült. Die Tore können nicht mehr geschlossen werden. Mit Stangen versuchen die Brückenwärter den Schmutz heraus zu schieben. Nach ca. 20 Minuten schliessen sich die Tore und es kann weiter gehen. Der Kanal ist generell nicht so tief, auch bei mir stehen nur noch 30cm auf dem Echolot, das heisst unter dem Kiel. Das grosse Schiff kommt nur langsam voran, so dass wir etwas speed geben müssen, damit wir im nächsten Kanalstück nicht warten müssen. Wenn wir nicht weiter kommen, erreichen wir das heutige Tagesziel nicht! In letzter Minute biegen wir in den Oosterdiep Kanal ein. Nach der obligaten Mittagspause der Brücken Crew fahren wir durch die letzte Schleuse in den Wildervanckkanaal ein. Hier fährt ein Tankschiff, mit etwa 8kmh vor uns. Gegen halb fünf erreichen wir die Abzweigung in die Stadt Groningen, wo wir um 16.45 mit dem Schiff angelegt haben.

Donnerstag, 21.9.2017 Sonnig, leicht bedeckt, ca. 19 Grad

Heute bahnt sich ein schöner Spätsommertag an. Die Temperaturen am Morgen sind bereits sehr angenehm. Wir starten kurz nach 9.00 Uhr vom Oosterhaven in Groningen.

Die Oosterschleuse wird für uns bereitgemacht, so dass wir schnell auf dem Niveau des Starkenbourhkanaal sind. Auch die kommenden Brücken werden bereitgestellt und geöffnet, ohne dass wir uns per Funk melden müssen. So kommen wir zügig voran und erreichen gegen Mittag die Gaarkeuken Sluis, wo wir etwas warten müssen. Die Berufsfahrt ist wenig schneller als wir, so dass wir die Schleuse erst erreichen, als die Schleusung schon im Gange ist. Es ist viel Berufsverkehr auf dem Starkenbourh- und auch auf dem Margriethkaanal. Gegen 15.00 erreichen wir die Abzweigung in Richtung Ernewoude, wo wir den heutigen Abend verbringen. Nach vielen Reisetagen mit Unsicherheiten betreffend Vorankommen, klappt heute alles reibungslos. 

Freitag, 22.9.2017 Sonnig und warmes Spätsommer Wetter, ca. 20 Grad

Nach einer klaren, kalten Nacht machen wir uns auf den Weg zur zweitletzten Etappe auf unserem Herbsttörn. Auf dem Folkertsloot fahren wir durch den Nationalpark in Richtung Akkrum.

Die Stimmung ist sehr mystisch, ziehen doch leichte Nebelschwaden über das spiegelglatte Fahrwasser. Der Leppa Aquädukt vor Akkrum führt uns zur Eisenbahnbrücke der Zugverbindung Groningen nach Zwolle. Die Brücke öffnet jeweils nur für kurze Zeit, da viele Züge hier fahren. Zwei Mietschiffe sind vor uns und warten ebenfalls auf die Öffnung. Eigentlich sollte alle 20 Minuten eine Durchfahrt möglich sen? Ja, wenn der Wurm drin ist, ist er drin! Jedenfalls will die Brücke nicht aufgehen, also drehen wir wieder um, und fahren über die Schiffschnellstrasse, den "Prinses Margritkanaal" nach Sneek. Bereits um 14.00 Uhr erreichen wir Sneek, wo wir noch einen Liegeplatz im Kanal ergattern können. Der ganze Kanal ist bereits voll von Schiffen, die an diesem sonnigen Tag unterwegs sind. Am Abend treffen wir die Mietschiffe, die vor der Spoorbrug in Akkrum gewartet haben, wieder in Sneek. Im Restaurant Kastanje (sehr zu empfehlen) geniessen wir ein feines Nachtessen und beschliessen so den Tag.

Samstag, 23.9.2017 Sonnig und wolkenlos, ca. 20 Grad

Wieder musste heute Nacht die Heizung im Schiff arbeiten, damit wir nicht frieren. Es ist etwa acht Grad und sternenklar. Vom Tau ist das ganze Schiff am Morgen nass, wie wenn es durch eine Waschanlage gefahren wäre.

Ich nutze die Gelegenheit und putze mit dem Wedel das Schiff. Danach glänzt es wieder wie neu, jedoch setzt sich auf dem kalten Rupf sofort wieder Tau ab. Zum backen der Brötchen für das Frühstück werfen wir den Generator an, da die Steckdosen zuwenig Strom hergeben. Kurz nach neuen Uhr legen wir ab und fahren auf dem Houkeslot aus der Stadt in Richtung Grouw. Unterwegs wollen wir den Treibstoff noch auffüllen, so dass der Tank für das Winterlager gut gefüllt ist. Die Tankstelle öffnet jedoch erst um 10.00 Uhr. Mit der Kreditkarte können wir aber Bargeldlos, in drei Tranchen den Tank auffüllen. Nun fahren wir via Grouw und Warga zurück an unseren Liegeplatz in Leeuwarden, wo wir gegen 14.30 Uhr eintreffen. Nun heisst es das Schiff für das Winterlager klarmachen und zu putzen.

Am Sonntag fahren wir zurück in die Schweiz.

Zusammenfassung

Zusammenfassung

Reisedauer 14 Tage

274 Schleusen und Brücken

Zurückgelegte Distanz 413 Km

Bei Reisen im Herbst (September) muss abgeklärt werden, ob in der "Verlengende Hoogevensche Vaart" die auftretenden Algenblüten es erlauben, den Kanal zu befahren. Die Brücken und Schleusen werden durch Brückenmannschaften bedient.
Es muss jeweils abgesprochen werden, wann man am Morgen wieder fahren möchte.